Podiumsdiskussion|Tesla den Hahn abdrehen? Der Erweiterungszwang und die Folgen

Datum: Dienstag, 21. Mai 2024
Uhrzeit: 19 Uhr
Ort: Stadthalle Erkner

Das Telsa-Werk im brandenburgischen Grünheide ist seit März 2022 in Betrieb. Obwohl die angekündigte Marke von 500.000 jährlich produzierten Autos lange nicht erreicht ist, plant das Unternehmen eine Erweiterung des Werkes: Die Produktionskapazität soll auf 1 Mio. E-Autos erhöht und die Batterieproduktion verdoppelt werden, mit entsprechender Verdoppelung der Beschäftigtenzahl auf 24.000 Mitarbeiter*innen. 

Das atemlose Wachstum gehört zum Geschäftsmodell von Tesla, das typisch ist für den „finanzialisierten“ Kapitalismus von heute: Das Unternehmen besorgt sich Milliarden von Investoren mit dem Versprechen einer rasanten Expansion. Diesem Versprechen wird geglaubt, was zu einer Verzehnfachung des Tesla-Aktienkurses führt. Die hohe Aktienbewertung wiederum schlägt zurück auf das Unternehmen: Jetzt muss es das Wachstum auch liefern, das die Börse bereits spekulativ vorweggenommen hat. Den Zusammenhang zwischen Finanzmarkt und „Realsphäre“ beleuchtet Stephan Kaufmann.

Über die konkreten Pläne Teslas, deren Folgen für Wasserhaushalt und Biodiversität sowie deren soziale Kosten wird Steffen Schorcht von der Bürgerinitiative Grünheide berichten. Gegen die Erweiterung der sogenannten „Gigafactory“ positioniert sich auch das Bündnis „Tesla den Hahn abdrehen“ mit Mitgliedsgruppen aus Berlin und Brandenburg. Über die Proteste wird Steffen Schorcht ebenfalls informieren.

Stephan Kaufmann ist Wirtschaftsjournalist und Sachbuchautor. Er arbeitet als Wirtschaftsredakteur und schreibt derzeit unter anderem für die Frankfurter Rundschau, Neues Deutschland und OXI.

Steffen Schorcht ist promovierter Elektroingenieur, aktiv in der Bürgerinitiative Grünheide, VNLB, Grünen Liga und Nabu. Er ist Mitglied in der Arbeitsgruppe Tesla der Naturschutzverbände Brandenburg.

Valeria Bruschi ist Gesellschaftswissenschaftlerin und Co-Autorin des Buchs „Das Klima des Kapitals„.

Eine Veranstaltung vom Verein für Natur & Landschaft Brandenburg e.V., LEA – Left Ecological Association und Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg e.V.